Sportwetten Schweiz Legal: Der vollständige Leitfaden zu Recht, Anbietern und Steuern

Alles über legale Sportwetten in der Schweiz: Geldspielgesetz, Sporttip, Jouez Sport, Steuern auf Wettgewinne und Spielerschutz

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Wetten in der Schweiz: Das gilt es zu beachten

Wer in der Schweiz auf Fussball, Tennis oder Eishockey wetten möchte, steht vor einer Situation, die sich deutlich von den Nachbarländern unterscheidet. Während in Deutschland seit 2021 ein liberalisierter Markt mit zahlreichen lizenzierten Anbietern existiert und Österreich seine eigenen Regelungen pflegt, hat die Eidgenossenschaft einen Sonderweg eingeschlagen. Die Volksabstimmung vom Juni 2018 und das daraus resultierende Geldspielgesetz haben die Landschaft der Sportwetten grundlegend verändert - und bis heute herrscht bei vielen Wettbegeisterten Unsicherheit darüber, was eigentlich erlaubt ist und was nicht.

Die kurze Antwort auf die Frage, ob Sportwetten in der Schweiz legal sind, lautet: Ja, grundsätzlich schon. Die längere und ehrlichere Antwort ist allerdings komplizierter. Denn legal wetten kann man nur bei einer sehr überschaubaren Anzahl von Anbietern, nämlich genau bei zweien. Alle anderen Wettseiten, die früher problemlos erreichbar waren, sind heute offiziell gesperrt. Wer trotzdem bei einem internationalen Buchmacher tippt, bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone, die zwar für den Spieler selbst keine strafrechtlichen Konsequenzen hat, aber dennoch mit gewissen Risiken verbunden ist.

Dieser Leitfaden klärt alle relevanten Fragen rund um legale Sportwetten in der Schweiz. Wir schauen uns die gesetzlichen Grundlagen an, erklären die Unterschiede zwischen erlaubten und nicht erlaubten Anbietern, gehen auf steuerliche Aspekte ein und beleuchten den Spielerschutz. Dabei verzichten wir auf beschönigende Darstellungen und nennen sowohl die Vorteile als auch die Nachteile des Schweizer Systems beim Namen. Wer nach der Lektüre immer noch Fragen hat, findet am Ende einen FAQ-Bereich mit den häufigsten Anliegen.

Die Regelungen mögen auf den ersten Blick restriktiv erscheinen, doch sie verfolgen durchaus nachvollziehbare Ziele: den Schutz der Bevölkerung vor Spielsucht, die Bekämpfung von Geldwäsche und die Sicherstellung, dass die Erträge aus dem Glücksspiel gemeinnützigen Zwecken zugutekommen. Ob diese Ziele durch das gewählte Monopolsystem tatsächlich besser erreicht werden als durch einen regulierten offenen Markt, darüber lässt sich trefflich streiten. Tatsache ist jedenfalls, dass die Schweiz ihren eigenen Weg geht und Wettfreunde sich damit arrangieren müssen - zumindest vorerst.

Sportwetten in der Schweiz: Die rechtliche Ausgangslage

Die Geschichte der Sportwetten in der Schweiz ist eine Geschichte der Regulierung und des staatlichen Monopols. Schon lange bevor das Internet das Wetten revolutionierte, existierten in der Eidgenossenschaft klare Regeln dafür, wer Glücksspiele anbieten durfte und wer nicht. Das alte Lotteriegesetz von 1923, mehrfach angepasst und ergänzt, bildete jahrzehntelang die Grundlage für alle Arten von Geldspielen. Sportwetten waren dabei traditionell den Lotteriegesellschaften vorbehalten, die wiederum von den Kantonen getragen wurden und deren Erträge gemeinnützigen Zwecken dienten.

Mit dem Aufkommen des Internets änderte sich die Situation grundlegend. Plötzlich konnten Schweizer Wettbegeisterte problemlos bei ausländischen Buchmachern tippen, ohne dass jemand ernsthaft dagegen vorgehen konnte oder wollte. Die grossen Namen der Branche - bet365, bwin, Betfair und viele andere - waren jahrelang frei zugänglich und wurden rege genutzt. Es entstand ein Parallelmarkt, der dem Staat und den einheimischen Anbietern erhebliche Umsätze entzog. Die Schätzungen, wie viel Geld jährlich zu den ausländischen Buchmachern floss, gingen in die hunderte Millionen Franken.

Diese Situation war weder für den Staat noch für die Befürworter eines konsequenten Spielerschutzes befriedigend. Die ausländischen Anbieter zahlten keine Steuern in der Schweiz, unterlagen keiner hiesigen Aufsicht und mussten sich nicht an die Vorgaben zum Spielerschutz halten, die für einheimische Veranstalter galten. Gleichzeitig flossen die Erträge ins Ausland, statt - wie bei Swisslos und der Loterie Romande - in die Sportförderung und soziale Projekte. Der Handlungsbedarf war offensichtlich, auch wenn die Frage, wie man damit umgehen sollte, politisch umstritten blieb.

Die Volksabstimmung vom 10. Juni 2018 brachte schliesslich die Entscheidung. Mit einer deutlichen Mehrheit von 72,9 Prozent stimmten die Schweizerinnen und Schweizer dem neuen Geldspielgesetz zu. Ein Referendum, das von Netzaktivisten und Kritikern der geplanten Internetsperren lanciert worden war, scheiterte damit klar. Die Bevölkerung sprach sich für eine strenge Regulierung aus, die ausländische Anbieter faktisch vom Markt ausschliesst und das Monopol der beiden Lotteriegesellschaften für Online-Sportwetten festschreibt.

Was bedeutet das nun konkret für jemanden, der in der Schweiz auf Sport wetten möchte? Zunächst einmal: Das Wetten an sich ist und bleibt legal. Niemand macht sich strafbar, wenn er auf den Ausgang eines Fussballspiels tippt. Die entscheidende Frage ist nur, bei wem man das tut. Legal im strengen Sinne sind ausschliesslich die Angebote der konzessionierten Anbieter, also Sporttip von Swisslos und Jouez Sport von der Loterie Romande. Alles andere bewegt sich in einer Zone, die man als geduldet, aber nicht gefördert bezeichnen könnte - mehr dazu später in diesem Artikel.

Das Geldspielgesetz 2019 - Was es für Wetter bedeutet

Am 1. Januar 2019 trat das Bundesgesetz über Geldspiele in Kraft, im Fachjargon als BGS abgekürzt. Es ersetzte das alte Spielbankengesetz und das noch ältere Lotteriegesetz und schuf damit erstmals einen einheitlichen Rechtsrahmen für alle Arten von Geldspielen in der Schweiz. Die vollständige Umsetzung, insbesondere die technischen Massnahmen zur Sperrung ausländischer Angebote, erfolgte dann zum 1. Juli 2019. Ab diesem Zeitpunkt war die neue Ordnung vollständig in Kraft.

Das Geldspielgesetz verfolgt vier zentrale Ziele, die im Gesetzestext explizit genannt werden. Erstens soll die Bevölkerung angemessen vor den Gefahren geschützt werden, die von Geldspielen ausgehen können, wobei insbesondere die Spielsucht im Fokus steht. Zweitens soll eine sichere und transparente Durchführung der Geldspiele gewährleistet werden, was sowohl den Schutz vor Betrug als auch die Integrität des Sportwettbewerbs einschliesst. Drittens ist festgelegt, dass die Reingewinne aus Lotterien und Sportwetten vollumfänglich gemeinnützigen Zwecken zukommen müssen. Und viertens sollen die Bruttospielerträge der Casinos teilweise für die AHV und IV verwendet werden.

Schweizer Bundeshaus in Bern als Symbol für die Gesetzgebung

Diese Ziele sind durchaus ehrenwert und werden von den meisten Seiten grundsätzlich unterstützt. Die Kontroverse entzündete sich vielmehr an den Mitteln, mit denen sie erreicht werden sollen. Das Geldspielgesetz setzt auf ein System der Abschottung, bei dem ausländische Anbieter grundsätzlich keinen Zugang zum Schweizer Markt erhalten. Es gibt keine Möglichkeit für einen internationalen Buchmacher, eine Schweizer Lizenz zu beantragen und unter Einhaltung der hiesigen Regeln tätig zu werden. Der Markt bleibt den beiden Lotteriegesellschaften und den konzessionierten Casinos vorbehalten.

Das Gesetz unterscheidet zwischen verschiedenen Kategorien von Geldspielen. Für Sportwetten relevant ist vor allem die Unterscheidung zwischen Grossspielen und Kleinspielen. Grossspiele sind solche, die automatisiert, interkantonal oder online durchgeführt werden - und genau darunter fallen die Online-Sportwetten von Sporttip und Jouez Sport. Diese Grossspiele dürfen nur von den beiden interkantonalen Lotteriegesellschaften angeboten werden, die dafür eine Bewilligung der Gespa benötigen. Lokale Sportwetten, also etwa Wetten bei Pferderennen direkt auf dem Gelände der Veranstaltung, fallen hingegen unter die Kleinspiele und können von den Kantonen bewilligt werden.

Ein besonders umstrittener Aspekt des Geldspielgesetzes ist die sogenannte Zugangssperre. Das Gesetz ermächtigt die Aufsichtsbehörden, eine Sperrliste von nicht bewilligten Online-Spielangeboten zu führen und die Schweizer Internetprovider zu verpflichten, den Zugang zu diesen Seiten zu blockieren. Diese DNS-Sperren waren der Hauptkritikpunkt der Referendumsbefürworter, die darin einen ersten Schritt zur Internetzensur sahen. Die Mehrheit der Stimmberechtigten sah das offensichtlich anders, aber die Debatte über Sinn und Unsinn dieser Massnahmen ist bis heute nicht verstummt.

Was das Geldspielgesetz nicht enthält, ist eine Strafbestimmung für Spieler, die bei nicht bewilligten Anbietern wetten. Verboten ist das Anbieten von Geldspielen ohne Konzession, nicht aber das Nutzen solcher Angebote. Diese Unterscheidung ist wichtig, denn sie bedeutet, dass niemand sich strafbar macht, wenn er trotz der Sperren bei einem ausländischen Buchmacher wettet. Die Behörden gehen nicht gegen einzelne Spieler vor, sondern versuchen, den Zugang zu den nicht erlaubten Angeboten technisch zu erschweren.

Legale Wettanbieter in der Schweiz: Sporttip und Jouez Sport

Wenn es um legale Online-Sportwetten in der Schweiz geht, führt kein Weg an zwei Namen vorbei: Sporttip und Jouez Sport. Diese beiden Plattformen sind die einzigen, die nach Schweizer Recht berechtigt sind, Sportwetten über das Internet anzubieten. Sie gehören zu den interkantonalen Lotteriegesellschaften Swisslos beziehungsweise Loterie Romande und teilen den Markt geografisch unter sich auf.

Sporttip ist der Wettanbieter von Swisslos und richtet sich an Spieler mit Wohnsitz in den deutschsprachigen Kantonen, im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Die Plattform existiert in ihrer heutigen Form seit 2006, wobei das Online-Angebot im Laufe der Jahre kontinuierlich ausgebaut wurde. Wer in Zürich, Bern, Basel oder einem anderen Deutschschweizer Kanton wohnt, der kann sich bei Sporttip registrieren und dort Wetten platzieren. Die Registrierung erfordert einen Schweizer Wohnsitz und die Volljährigkeit, also das vollendete 18. Lebensjahr.

Schweizer Kiosk mit Sporttip Wettannahme und Kunden

Jouez Sport ist das Pendant für die Romandie und wird von der Loterie Romande betrieben. Spieler mit Wohnsitz in den Kantonen Genf, Waadt, Neuenburg, Jura, Freiburg und Wallis sind hier richtig. Das Angebot ist im Wesentlichen vergleichbar mit dem von Sporttip, auch wenn es in Details Unterschiede geben kann. Wichtig zu wissen: Man kann nicht frei zwischen den beiden Anbietern wählen. Der Wohnsitzkanton bestimmt, welcher Anbieter zuständig ist, und eine Registrierung beim jeweils anderen ist nicht möglich.

Die Gewinne dieser beiden Anbieter fliessen nicht in die Taschen privater Aktionäre, sondern werden für gemeinnützige Zwecke verwendet. Bei Swisslos profitieren davon vor allem der Sport, aber auch Kultur, Umwelt und Soziales. Laut den eigenen Angaben werden jährlich hunderte Millionen Franken an die Kantone ausgeschüttet, die damit unter anderem Sportvereine, kulturelle Einrichtungen und soziale Projekte unterstützen. Für manchen Wettfreund mag das ein Trost sein, wenn die Quoten nicht ganz so üppig ausfallen wie bei der internationalen Konkurrenz.

Neben dem Online-Angebot können Sportwetten bei Sporttip auch an über 4000 Verkaufsstellen in der ganzen Deutschschweiz abgegeben werden. Das sind vor allem Kioske, aber auch Tankstellen und Sportbars. Der klassische Weg funktioniert immer noch: Man studiert das Wettprogramm, füllt einen Schein aus oder lässt sich von der App einen QR-Code generieren, geht zum nächsten Kiosk und gibt die Wette ab. Für viele Gelegenheitswetter ist das nach wie vor ein attraktives Modell, auch wenn der Trend eindeutig in Richtung Online und Mobile geht.

Was das Wettangebot betrifft, so decken beide Anbieter die gängigen Sportarten ab. Fussball steht naturgemäss im Mittelpunkt, daneben finden sich Eishockey, Tennis, Basketball, Handball und weitere Disziplinen. Auch Live-Wetten sind seit dem Inkrafttreten des neuen Geldspielgesetzes erlaubt und werden rege genutzt. Allerdings gibt es Einschränkungen: Die Gespa hat das erlaubte Wettangebot definiert, und nicht auf alles darf gewettet werden. Insbesondere kleinere Wettbewerbe und tiefere Ligen sind oft nicht verfügbar, um das Risiko von Spielmanipulationen zu verringern.

Die grosse Frage, die sich viele stellen: Lohnt es sich, bei Sporttip oder Jouez Sport zu wetten, oder sind die Quoten so schlecht, dass man sein Geld lieber anderswo anlegen sollte? Die ehrliche Antwort ist: Die Quoten sind in der Tat niedriger als bei vielen internationalen Buchmachern. Das liegt in der Natur der Sache, denn ein Teil der Einnahmen muss für gemeinnützige Zwecke abgeführt werden. Wer auf maximale Quoten und Bonusangebote Wert legt, wird bei Sporttip nicht vollständig glücklich werden. Wer hingegen Wert auf Rechtssicherheit, Spielerschutz und die Gewissheit legt, dass seine Einsätze auch der Allgemeinheit zugutekommen, für den ist das Angebot durchaus attraktiv.

Internationale Wettanbieter: Grauzone oder verboten?

Die Frage, die viele Schweizer Wettfreunde am meisten beschäftigt, betrifft nicht die legalen Anbieter, sondern die Alternativen. Darf man bei bet365, bwin oder anderen internationalen Buchmachern wetten, oder macht man sich damit strafbar? Die Antwort ist differenzierter, als man vielleicht erwarten würde, und sie hängt davon ab, aus wessen Perspektive man die Sache betrachtet.

Aus Sicht des Schweizer Rechts ist die Lage klar: Das Anbieten von Sportwetten ohne entsprechende Konzession ist verboten und strafbar. Ausländische Buchmacher, die ihr Angebot auf den Schweizer Markt ausrichten, handeln illegal. Sie zahlen keine Steuern in der Schweiz, sie unterliegen keiner hiesigen Aufsicht, und sie haben in der Regel keinen Sitz im Land, an dem man sie rechtlich belangen könnte. Die Behörden führen daher eine Sperrliste, und die Internetprovider sind verpflichtet, den Zugang zu diesen Seiten zu blockieren.

Für die Spieler selbst sieht die rechtliche Situation jedoch anders aus. Das Geldspielgesetz enthält keine Strafbestimmung für Personen, die bei nicht bewilligten Anbietern wetten. Wer trotz der DNS-Sperre einen Weg findet, bei einem ausländischen Buchmacher zu tippen, macht sich nach geltendem Recht nicht strafbar. Die Gespa, also die zuständige Aufsichtsbehörde, hat dies in verschiedenen Stellungnahmen bestätigt. Das Verbot richtet sich gegen die Anbieter, nicht gegen die Konsumenten.

Diese Aussage sollte allerdings nicht als Ermutigung verstanden werden, munter bei gesperrten Anbietern zu wetten. Denn auch wenn keine strafrechtlichen Konsequenzen drohen, gibt es durchaus Risiken und Nachteile. Da wäre zunächst die fehlende Rechtssicherheit: Wenn es zu Streitigkeiten mit einem ausländischen Buchmacher kommt, etwa weil eine Auszahlung verweigert wird, hat man als Schweizer Kunde praktisch keine Handhabe. Die Gerichte im Sitzland des Anbieters sind weit weg, und eine Durchsetzung von Ansprüchen ist in der Praxis kaum möglich.

Ein weiterer Nachteil betrifft den Spielerschutz. Die Schweizer Anbieter sind gesetzlich verpflichtet, umfangreiche Massnahmen gegen Spielsucht zu ergreifen. Sie müssen Spielsperren durchsetzen, Verlustlimiten anbieten und gefährdete Spieler frühzeitig identifizieren. All das gilt für ausländische Buchmacher nicht, zumindest nicht in dem Umfang und mit der Verbindlichkeit, die in der Schweiz vorgeschrieben ist. Wer spielsuchtgefährdet ist oder werden könnte, hat bei den legalen Anbietern einen deutlich besseren Schutz.

Auch steuerlich gibt es Unterschiede, auf die wir später noch ausführlicher eingehen werden. Soviel vorweg: Gewinne bei Schweizer Anbietern profitieren von einem grosszügigen Freibetrag, während Gewinne bei ausländischen Buchmachern vollständig als Einkommen zu versteuern sind. Wer grössere Summen gewinnt und diese nicht korrekt deklariert, riskiert Probleme mit den Steuerbehörden.

Was die praktische Erreichbarkeit betrifft: Viele der grossen internationalen Anbieter haben sich nach Inkrafttreten des Geldspielgesetzes freiwillig vom Schweizer Markt zurückgezogen. Namen wie bet365, Betway oder Unibet akzeptieren keine Schweizer Kunden mehr oder erschweren die Registrierung erheblich. Andere Anbieter sind zwar offiziell gesperrt, aber über Umwege noch erreichbar. Die DNS-Sperren lassen sich mit technischen Mitteln umgehen, etwa durch die Nutzung anderer DNS-Server oder eines VPN-Dienstes. Das ist nicht illegal, aber eben auch nicht das, was der Gesetzgeber sich vorgestellt hat.

Die Entscheidung, ob man bei einem legalen Schweizer Anbieter wettet oder die Grauzone betritt, muss letztlich jeder für sich selbst treffen. Die Vor- und Nachteile sind klar: Auf der einen Seite mehr Auswahl, bessere Quoten und attraktivere Bonusangebote, auf der anderen Seite Rechtssicherheit, Spielerschutz und ein gutes Gewissen. Einen königlichen Weg gibt es nicht.

Die Rolle der Aufsichtsbehörden: ESBK und Gespa

Wer sich mit dem Schweizer Glücksspielmarkt beschäftigt, stösst unweigerlich auf eine Reihe von Abkürzungen und Behördenbezeichnungen. Die wichtigsten davon sind die ESBK und die Gespa, die zusammen für die Aufsicht über nahezu alle Geldspiele in der Schweiz verantwortlich sind. Hinzu kommt das Bundesamt für Justiz, das die Oberaufsicht über den gesamten Bereich ausübt.

Die Eidgenössische Spielbankenkommission, kurz ESBK, ist für die Casinos zuständig. Sie erteilt die Konzessionen für die Spielbanken, überwacht deren Betrieb und sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben. Seit dem Inkrafttreten des neuen Geldspielgesetzes fallen auch die Online-Casinos in ihren Zuständigkeitsbereich. Die ESBK führt eine eigene Sperrliste mit ausländischen Online-Casinos, deren Zugang für Schweizer Spieler blockiert wird. Für Sportwetten ist sie allerdings nicht direkt zuständig, das ist die Domäne der Gespa.

Die interkantonale Geldspielaufsicht, abgekürzt Gespa und früher unter dem Namen Comlot bekannt, ist die zentrale Aufsichtsbehörde für Lotterien und Sportwetten. Sie erteilt die Bewilligungen für Grossspiele, zu denen auch die Online-Sportwetten gehören, und überwacht deren ordnungsgemässe Durchführung. Konkret bedeutet das: Sporttip und Jouez Sport brauchen eine Bewilligung der Gespa, um ihre Wettangebote betreiben zu dürfen, und sie werden regelmässig kontrolliert. Die Gespa prüft unter anderem, ob die Vorgaben zum Spielerschutz eingehalten werden, ob die technischen Systeme sicher sind und ob die Erträge korrekt abgeführt werden.

Ein wichtiger Aspekt der Arbeit beider Behörden ist die Führung der Sperrlisten. Die Gespa veröffentlicht eine Liste mit den Domainnamen ausländischer Sportwettenanbieter, deren Angebot in der Schweiz nicht zugelassen ist. Diese Liste wird regelmässig aktualisiert und an die Internetprovider übermittelt, die dann die entsprechenden Sperren einrichten müssen. Das Verfahren ist gesetzlich geregelt: Bevor ein neuer Anbieter auf die Liste kommt, wird er zunächst aufgefordert, sein Angebot für Schweizer Spieler selbst zu sperren. Erst wenn er dieser Aufforderung nicht nachkommt, erfolgt die Aufnahme in die öffentliche Sperrliste.

Die Aufsichtsbehörden sind auch für die Bekämpfung von Spielmanipulationen zuständig. Das ist ein Thema, das gerade bei Sportwetten von grosser Bedeutung ist, denn die Integrität des Sports hängt davon ab, dass die Ergebnisse nicht von Wettbetrügern beeinflusst werden. Die Gespa arbeitet hier eng mit den Sportverbänden zusammen und hat Zugang zu internationalen Frühwarnsystemen, die verdächtige Wettmuster erkennen sollen. Auch die Einschränkungen im Wettangebot - also die Tatsache, dass nicht auf alle Ligen und Wettbewerbe gewettet werden kann - dienen diesem Zweck. Je kleiner und unbekannter ein Wettbewerb, desto grösser das Risiko von Manipulationen.

Was den Spielerschutz angeht, haben die Behörden ebenfalls weitreichende Befugnisse. Sie können Vorgaben machen, welche Massnahmen die Anbieter ergreifen müssen, um problematisches Spielverhalten zu erkennen und zu verhindern. Dazu gehören etwa Verlustlimiten, Einzahlungsbeschränkungen und die Pflicht zur Früherkennung gefährdeter Spieler. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird regelmässig überprüft, und bei Verstössen drohen Sanktionen bis hin zum Entzug der Bewilligung.

Die DNS-Sperrliste: Welche Anbieter sind blockiert?

Die Zugangssperre für nicht bewilligte Online-Spielangebote ist eines der umstrittensten Elemente des Schweizer Geldspielgesetzes. Sie war der Hauptgrund, warum es überhaupt zu einem Referendum kam, und bis heute wird sie von Kritikern als Schritt in Richtung Internetzensur betrachtet. Befürworter hingegen sehen darin ein notwendiges Instrument zum Schutz der Spieler und zur Durchsetzung des Schweizer Rechts.

Laptop-Bildschirm zeigt blockierte Webseite mit Schweizer Hinweis

Das technische Verfahren funktioniert wie folgt: Die Aufsichtsbehörden - also die Gespa für Sportwetten und Lotterien, die ESBK für Casinos - führen jeweils eine Liste mit den Domainnamen der gesperrten Anbieter. Diese Listen werden veröffentlicht und an die Schweizer Internetprovider übermittelt. Die Provider sind dann gesetzlich verpflichtet, den Zugang zu diesen Domains zu sperren, und zwar mittels DNS-Blocking. Wer aus der Schweiz heraus eine solche Seite aufruft, wird auf eine Informationsseite weitergeleitet, die erklärt, dass das Angebot in der Schweiz nicht zugelassen ist.

Die Sperrliste umfasst mittlerweile hunderte von Domains, und sie wird laufend erweitert. Neue Anbieter, die versuchen, den Schweizer Markt zu bedienen, werden nach einem festgelegten Verfahren aufgenommen: Zunächst werden sie schriftlich aufgefordert, ihr Angebot für Schweizer Spieler selbst zu sperren. Kommen sie dieser Aufforderung nicht nach, erfolgt die Veröffentlichung im Bundesblatt und die Aufnahme in die Sperrliste. Die betroffenen Unternehmen haben dann zwar theoretisch Rechtsmittel, aber praktisch ist eine erfolgreiche Anfechtung kaum denkbar, solange sie keine Schweizer Konzession haben.

Die Wirksamkeit der DNS-Sperren ist ein kontrovers diskutiertes Thema. Technisch gesehen sind sie relativ einfach zu umgehen. Wer weiss, wie man die DNS-Einstellungen seines Computers oder Routers ändert, oder wer einen VPN-Dienst nutzt, kann die Sperren aushebeln. Die Behörden sind sich dessen bewusst und argumentieren, dass es nicht darum gehe, jeden Zugang zu hundert Prozent zu verhindern. Vielmehr soll eine Hürde geschaffen werden, die den Gelegenheitsspieler davon abhält, bei nicht bewilligten Anbietern zu wetten. Wer gezielt nach Umgehungsmöglichkeiten sucht, wird sie finden, aber das ist eben ein bewusster Akt und keine gedankenlose Gewohnheit.

Interessant sind die Erfahrungen aus anderen Ländern mit ähnlichen Sperrsystemen. In mehreren europäischen Staaten zeigt sich, dass die Sperren tatsächlich Wirkung entfalten, allerdings vor allem gegenüber den Anbietern selbst. Viele Buchmacher ziehen es vor, den Markt freiwillig zu verlassen, anstatt auf einer schwarzen Liste zu landen und potenziellen rechtlichen Problemen ausgesetzt zu sein. Das reputationsmässige Risiko, offiziell als illegaler Anbieter gebrandmarkt zu werden, ist für seriöse Unternehmen zu gross. Die Sperrliste wirkt also weniger als technische Barriere für Spieler, sondern mehr als Abschreckung für Anbieter.

Für Schweizer Wettfreunde bedeutet die Sperrliste konkret, dass viele bekannte Namen nicht mehr oder nur noch mit Mühe erreichbar sind. Wer bei einem gesperrten Anbieter wetten will, muss technische Hürden überwinden und in Kauf nehmen, dass er sich in einer rechtlichen Grauzone bewegt. Die legalen Alternativen sind klar definiert: Sporttip und Jouez Sport für Online-Wetten, dazu die stationären Verkaufsstellen. Alles andere ist offiziell tabu, auch wenn die Nutzung für den einzelnen Spieler nicht strafbar ist.

Wettgewinne und Steuern: Was der Fiskus wissen will

Ein Aspekt, der bei Sportwetten gerne übersehen wird, betrifft die steuerliche Behandlung von Gewinnen. In vielen Köpfen herrscht die Vorstellung, dass Lotteriegewinne und damit auch Wettgewinne steuerfrei seien. Das ist in der Schweiz allerdings nur teilweise richtig, und die Details sind komplizierter, als man vielleicht denkt.

Grundsätzlich unterliegen Gewinne aus Geldspielen in der Schweiz der Einkommenssteuer. Das gilt für Lotteriegewinne ebenso wie für Sportwettengewinne. Allerdings hat der Gesetzgeber einen sehr grosszügigen Freibetrag eingeführt, der die meisten Spieler vor der Steuerpflicht bewahrt. Für Gewinne bei Schweizer Anbietern liegt dieser Freibetrag bei über einer Million Franken. Konkret bedeutet das: Wer bei Sporttip oder Jouez Sport einen Gewinn erzielt, der unter dieser Grenze liegt, muss darauf keine Einkommenssteuer zahlen. Nur der Teil des Gewinns, der die Million übersteigt, ist steuerpflichtig.

Die genauen Beträge variieren leicht zwischen Bund und Kantonen und werden regelmässig an die Teuerung angepasst. Für die Kantons- und Gemeindesteuern lag der Freibetrag zuletzt bei etwas über einer Million Franken, für die direkte Bundessteuer bei einem ähnlichen Betrag. Die Unterschiede sind gering und für die allermeisten Spieler irrelevant, denn wer bei Sportwetten Gewinne in dieser Grössenordnung erzielt, gehört zu einer verschwindend kleinen Minderheit.

Anders sieht die Situation aus, wenn man bei ausländischen Anbietern wettet. Hier gilt der grosszügige Freibetrag nämlich nicht. Gewinne aus Geldspielen bei nicht in der Schweiz konzessionierten Anbietern sind vollständig als Einkommen zu versteuern, ohne Freibetrag. Das ist ein erheblicher Unterschied, der oft übersehen wird. Wer bei einem internationalen Buchmacher einen grösseren Gewinn erzielt, muss diesen in der Steuererklärung angeben und darauf Einkommenssteuer zahlen. Die Nichtdeklaration wäre Steuerhinterziehung, mit allen rechtlichen Konsequenzen, die das nach sich ziehen kann.

Bei den Schweizer Anbietern kommt noch die sogenannte Verrechnungssteuer ins Spiel. Auf Gewinne aus Online-Sportwetten, die den Freibetrag übersteigen, wird eine Verrechnungssteuer von 35 Prozent erhoben. Diese wird direkt vom Anbieter einbehalten und an die Steuerbehörden abgeführt. Der Gewinner kann sie dann im Rahmen seiner Steuererklärung zurückfordern, sofern er die Gewinne korrekt deklariert. Das Verfahren ist etwas umständlich, aber letztlich erhält man die Verrechnungssteuer zurück, wenn man alles ordnungsgemäss angibt.

Für die Praxis bedeutet das: Die überwiegende Mehrheit der Sportwettenspieler in der Schweiz muss sich um Steuern keine Sorgen machen, solange sie bei Sporttip oder Jouez Sport wettet. Die Freibeträge sind so hoch, dass sie nur in extremen Ausnahmefällen überschritten werden. Wer hingegen bei ausländischen Anbietern wettet, sollte sich bewusst sein, dass Gewinne vollständig steuerpflichtig sind. Das kann bei grösseren Beträgen einen erheblichen Unterschied machen und sollte in die Überlegung einfliessen, ob sich der Gang zu den internationalen Buchmachern wirklich lohnt.

Ein Sonderfall sind gewerbsmässige Spieler, also Personen, die das Wetten professionell und mit Gewinnerzielungsabsicht betreiben. Für sie gelten andere Regeln, und ihre Einkünfte werden als selbstständige Erwerbstätigkeit behandelt. Wer regelmässig hohe Einsätze tätigt und systematisch versucht, mit Wetten Geld zu verdienen, sollte sich steuerlich beraten lassen, denn die Abgrenzung zwischen Hobby und Gewerbe ist nicht immer einfach.

Spielerschutz und Suchtprävention: Schweizer Standards

Eines der erklärten Hauptziele des Geldspielgesetzes ist der Schutz der Bevölkerung vor den negativen Auswirkungen des Glücksspiels. Spielsucht ist ein ernstes Problem, das Betroffene und ihre Familien in schwere Krisen stürzen kann. Die Schweiz hat daher ein umfassendes System von Schutzmassnahmen etabliert, das bei den konzessionierten Anbietern verbindlich ist.

Beratungsgespräch zwischen Fachperson und Klient in einem hellen Büro

Das zentrale Instrument des Spielerschutzes ist die Spielsperre. In der Schweiz gibt es drei Arten von Sperren: die freiwillige Selbstsperre, die Sperre auf Antrag von Angehörigen und die angeordnete Sperre durch den Anbieter. Die Selbstsperre kann jeder Spieler jederzeit beantragen, ohne Angabe von Gründen. Sie gilt dann für mindestens drei Monate und kann nicht vorzeitig aufgehoben werden. Wer merkt, dass das eigene Spielverhalten problematisch wird, hat so die Möglichkeit, sich selbst zu schützen.

Die Sperre durch Angehörige ist ein interessantes Instrument, das in vielen anderen Ländern nicht existiert. Familienmitglieder oder nahestehende Personen können bei den Anbietern eine Sperre beantragen, wenn sie der Meinung sind, dass jemand ein Suchtproblem hat. Der Antrag kann auch anonym erfolgen, was die Hemmschwelle senken soll. Der Anbieter prüft dann den Fall und entscheidet über die Sperre. Das ist natürlich ein heikles Terrain, denn niemand möchte fälschlicherweise gesperrt werden, aber in Fällen echter Suchtproblematik kann es ein wichtiger Schutz sein.

Die angeordnete Sperre schliesslich wird vom Anbieter selbst verhängt, wenn Anzeichen für problematisches Spielverhalten vorliegen. Die Anbieter sind gesetzlich verpflichtet, ihre Kunden zu beobachten und bei Warnsignalen einzugreifen. Dazu gehören etwa stark erhöhte Spielhäufigkeit, ungewöhnlich hohe Einsätze im Verhältnis zum offensichtlichen Einkommen oder verzweifelte Versuche, Verluste wieder reinzuholen. Wird ein solches Verhalten erkannt, kann und muss der Anbieter eine Sperre aussprechen.

Alle Sperren werden in einer nationalen Datenbank erfasst und gelten automatisch bei allen konzessionierten Anbietern. Wer bei Sporttip gesperrt ist, kann sich nicht einfach bei Jouez Sport oder einem Online-Casino anmelden. Dieses System wurde kürzlich noch erweitert: Seit Anfang 2025 gilt ein Abkommen mit Liechtenstein, das den gegenseitigen Austausch von Sperrdaten vorsieht. Wer in der Schweiz gesperrt ist, kann nun auch in Liechtenstein nicht mehr spielen und umgekehrt.

Neben den Sperren gibt es weitere Schutzmassnahmen. Die Anbieter müssen Verlustlimiten anbieten, die der Spieler selbst festlegen kann. Einmal gesetzt, können diese Limits nicht sofort wieder erhöht werden, sondern erst nach einer Sperrfrist. Auch Einzahlungslimiten sind verfügbar, ebenso wie die Möglichkeit, sich zeitlich begrenzt vom Spielen auszuschliessen. All diese Instrumente sollen helfen, das Spielverhalten unter Kontrolle zu halten, bevor es zum Problem wird.

Die Kantone sind überdies verpflichtet, Beratungs- und Behandlungsangebote für spielsuchtgefährdete Personen bereitzustellen. Diese werden aus der sogenannten Spielsuchtabgabe finanziert, die die Lotteriegesellschaften jährlich entrichten müssen. Landesweit gibt es spezialisierte Beratungsstellen, an die sich Betroffene und Angehörige wenden können. Die Beratung ist in der Regel kostenlos und vertraulich.

Statistiken zeigen, dass die Spielsuchtproblematik in der Schweiz durchaus ernst zu nehmen ist. Schätzungen zufolge weisen mehrere Prozent der erwachsenen Bevölkerung ein risikoreiches Spielverhalten auf, ein kleinerer Teil ist manifest spielsüchtig. Die durchschnittlichen Spielschulden bei Personen, die sich an die Schuldenberatung wenden, liegen bei erschreckend hohen Beträgen. Vor diesem Hintergrund sind die Schutzmassnahmen nicht nur bürokratische Pflichtübung, sondern eine echte Notwendigkeit.

Das Wettangebot der legalen Anbieter im Detail

Wer bei Sporttip oder Jouez Sport wettet, findet ein Angebot vor, das die wichtigsten Sportarten und Wettbewerbe abdeckt, aber nicht mit der schieren Masse internationaler Buchmacher konkurrieren kann. Das ist Absicht: Die Gespa hat das erlaubte Wettangebot definiert und bestimmte Einschränkungen vorgegeben, die dem Schutz vor Spielmanipulationen dienen sollen.

Fussball ist erwartungsgemäss die dominierende Sportart. Die grossen europäischen Ligen sind vollständig abgedeckt: Bundesliga, Premier League, La Liga, Serie A, Ligue 1 und natürlich die Schweizer Super League. Dazu kommen internationale Wettbewerbe wie die UEFA Champions League, die Europa League und die Nationalmannschaftsturniere. Auch auf Spiele der zweiten Ligen der grossen Fussballnationen kann gewettet werden, allerdings nicht auf beliebig tiefe Spielklassen. Die dritte Liga in Deutschland oder die Conference League finden sich im Programm, aber irgendwo ist dann Schluss.

Eishockey ist die zweite grosse Säule, was angesichts der Beliebtheit des Sports in der Schweiz kaum überrascht. Die National League ist selbstverständlich vollständig vertreten, ebenso die NHL und andere bedeutende Ligen. Tennis, Basketball, Handball und Volleyball komplettieren das Standardangebot. Auch Randsportarten wie Darts, Snooker oder Biathlon finden sich, je nach Saison und anstehenden Ereignissen.

Was nicht im Angebot ist, sind Wetten auf sehr kleine Wettbewerbe, tiefe Ligen und Ereignisse mit erhöhtem Manipulationsrisiko. Auf ein Spiel der vierten Schweizer Fussballliga wird man bei Sporttip vergeblich suchen, ebenso auf obskure Freundschaftsspiele in exotischen Ländern. Das mag für manche Wettfreunde, die gerade in solchen Nischen ihr Glück suchen, ein Nachteil sein. Aus Sicht des Spielerschutzes und der Integrität des Sports ist es aber durchaus nachvollziehbar.

Live-Wetten sind seit dem neuen Geldspielgesetz erlaubt und haben sich zu einem wichtigen Teil des Angebots entwickelt. Bei laufenden Spielen kann auf wechselnde Quoten gewettet werden, was besonders bei Fussball und Eishockey beliebt ist. Die Quoten ändern sich dabei in Echtzeit, abhängig vom Spielverlauf. Wer clever ist und das Spiel aufmerksam verfolgt, kann hier durchaus interessante Wetten platzieren. Allerdings gilt auch: Live-Wetten haben ein erhöhtes Suchtpotenzial, weil die schnelle Abfolge von Entscheidungen besonders stimulierend wirkt. Die Anbieter sind sich dessen bewusst und haben entsprechende Schutzmechanismen eingebaut.

Was die Wettmärkte betrifft, so finden sich die üblichen Verdächtigen. Die einfache Siegwette auf Sieg, Unentschieden oder Niederlage ist selbstverständlich dabei, ebenso Über/Unter-Wetten auf die Anzahl der Tore oder Punkte. Handicap-Wetten, bei denen einem Team ein virtueller Vorsprung oder Rückstand gegeben wird, sind ebenfalls verfügbar. Speziellere Märkte wie Torschützenwetten, Halbzeit-Endstand oder exakte Ergebnisprognosen runden das Angebot ab, sind aber nicht für alle Spiele verfügbar.

Im Vergleich zu internationalen Buchmachern ist das Angebot von Sporttip und Jouez Sport überschaubar. Wer gewohnt ist, auf jedes erdenkliche Ereignis und jeden erdenklichen Ausgang wetten zu können, wird sich eingeschränkt fühlen. Wer hingegen primär an den grossen Sportarten und Wettbewerben interessiert ist, findet ein solides Angebot vor, das die wesentlichen Bedürfnisse abdeckt.

Quoten, Limits und Wettarten bei Schweizer Buchmachern

Die Quoten sind das Herzstück jeder Sportwette, denn sie bestimmen, wie viel man im Erfolgsfall gewinnt. Hier zeigt sich einer der deutlichsten Unterschiede zwischen den Schweizer Anbietern und der internationalen Konkurrenz: Die Quoten bei Sporttip und Jouez Sport sind spürbar niedriger. Das ist kein Geheimnis und wird von den Anbietern auch gar nicht bestritten.

Der Quotenschlüssel, also der Prozentsatz der Einsätze, der als Gewinne an die Spieler zurückfliesst, liegt bei Sporttip nach verschiedenen Tests bei etwa 88 bis 89 Prozent. Das ist nicht katastrophal, aber deutlich unter dem, was gute internationale Buchmacher bieten. Dort sind Quotenschlüssel von 93 bis 95 Prozent keine Seltenheit, bei einzelnen Ereignissen sogar noch mehr. Auf lange Sicht macht das einen erheblichen Unterschied: Wer regelmässig wettet, verliert bei niedrigeren Quoten mehr Geld, selbst wenn er genauso oft richtig liegt.

Der Grund für die niedrigeren Quoten liegt in der Struktur der Schweizer Anbieter. Ein Teil der Einsätze muss für gemeinnützige Zwecke abgeführt werden, das ist gesetzlich vorgeschrieben. Dazu kommen die Kosten für den umfangreichen Spielerschutz, der in der Schweiz verlangt wird. Beides zusammen führt dazu, dass weniger Geld für die Gewinnauszahlung übrig bleibt. Die internationalen Buchmacher haben diese Belastungen nicht oder zumindest nicht in demselben Umfang, weshalb sie attraktivere Quoten anbieten können.

Bei den Wettlimits ist Sporttip vergleichsweise konservativ. Der Mindesteinsatz liegt bei einem Franken, was erfreulich niedrig ist und auch Gelegenheitswetter anspricht. Der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette beträgt 1000 Franken, für Systemwetten 10000 Franken. Das sind für die meisten Spieler völlig ausreichende Grenzen, aber Highroller, die mit fünfstelligen Beträgen hantieren möchten, stossen hier an ihre Grenzen.

Die verfügbaren Wettarten entsprechen dem Branchenstandard. Einzelwetten sind der Klassiker: Man tippt auf einen Ausgang, und wenn er eintrifft, gewinnt man den Einsatz multipliziert mit der Quote. Kombinationswetten erlauben es, mehrere Tipps zu einer Wette zu verbinden. Die Quoten werden dann miteinander multipliziert, was attraktive Gesamtquoten ermöglicht, aber alle Tipps müssen stimmen, sonst ist der Einsatz verloren. Systemwetten sind eine Variante der Kombiwette, bei der nicht alle Tipps stimmen müssen. Man wählt ein System aus, etwa zwei aus drei oder drei aus vier, und gewinnt auch dann, wenn nicht alle Voraussagen richtig sind, allerdings mit reduzierter Auszahlung.

Eine Besonderheit bei Sporttip ist der sogenannte QuotenBoost. Dabei werden für ausgewählte Ereignisse die Quoten künstlich erhöht, um den Online-Spielern einen zusätzlichen Anreiz zu bieten. Der QuotenBoost gilt allerdings nur für Einzelwetten und nur bis zu einem bestimmten Maximaleinsatz. Es ist eine nette Dreingabe, aber kein Ersatz für grundsätzlich konkurrenzfähige Quoten.

Die Gewinnlimiten sind nicht explizit veröffentlicht, aber aus den allgemeinen Geschäftsbedingungen ergibt sich, dass die Auszahlung von Gewinnen ab bestimmten Beträgen einer Prüfung unterliegen kann. Wer einen sechsstelligen Gewinn erzielt, muss damit rechnen, dass dieser nicht automatisch ausgezahlt wird, sondern erst nach einer Verifizierung. Das ist bei seriösen Anbietern üblich und dient der Bekämpfung von Geldwäsche und Betrug.

Mobile Wetten und Apps: Sporttip unterwegs nutzen

In einer Zeit, in der das Smartphone zum ständigen Begleiter geworden ist, darf natürlich auch eine mobile Wettoption nicht fehlen. Sporttip bietet eine eigene App für iOS und Android an, die das vollständige Wettangebot auch unterwegs zugänglich macht.

Hand hält Smartphone mit Sportwetten-App vor Fussballspiel im Hintergrund

Die Sporttip-App ist im Apple App Store und im Google Play Store verfügbar, allerdings nur für Nutzer, die sich in der Schweiz befinden. Eine Registrierung erfordert ohnehin einen Schweizer Wohnsitz, aber auch der Download der App ist geografisch eingeschränkt. Wer die App einmal installiert hat, kann sich mit seinen Swisslos-Zugangsdaten anmelden und sofort loslegen.

Der Funktionsumfang der App entspricht weitgehend dem der Desktop-Website. Man kann das aktuelle Wettprogramm durchsuchen, Wetten zusammenstellen und direkt abgeben. Pre-Match- und Live-Wetten sind beide verfügbar, ebenso die Einsicht in vergangene Wetten und erzielte Gewinne. Push-Benachrichtigungen informieren über Top-Events, laufende Aktionen und natürlich über den Ausgang platzierter Wetten.

Eine praktische Funktion ist der sogenannte BetCheck. Damit können Wettscheine, die an einer Verkaufsstelle abgegeben wurden, direkt in der App überprüft werden. Man scannt einfach den QR-Code auf der Quittung, und die App zeigt den aktuellen Status der Wette an. Das erspart den Gang zurück zum Kiosk, um nachzuschauen, ob man gewonnen hat.

Umgekehrt kann die App auch genutzt werden, um Wetten vorzubereiten, die dann an einer Verkaufsstelle abgegeben werden. Man stellt die gewünschte Wette in der App zusammen, lässt sich einen QR-Code generieren und zeigt diesen am Kiosk vor. Der Verkäufer scannt den Code, und die Wette wird abgegeben. Das ist praktisch für alle, die lieber bar bezahlen oder aus anderen Gründen nicht online wetten möchten.

Die technische Qualität der App wird von Nutzern unterschiedlich bewertet. In den App-Stores finden sich sowohl positive Bewertungen, die die Übersichtlichkeit und Benutzerfreundlichkeit loben, als auch kritische Stimmen, die über gelegentliche technische Probleme klagen. Wie bei jeder Software gibt es Updates und Verbesserungen, und die Entwickler scheinen auf Nutzerfeedback zu reagieren.

Im Vergleich zu den Apps internationaler Buchmacher ist die Sporttip-App solide, aber nicht spektakulär. Die grossen Anbieter investieren Millionen in ihre mobilen Plattformen und bieten teilweise sehr ausgefeilte Features wie Live-Streaming, Cash-Out-Optionen und personalisierte Angebote. Davon ist Sporttip ein Stück weit entfernt, aber für die grundlegenden Bedürfnisse eines Wetters reicht die App völlig aus.

Zukunftsperspektiven: Kommt die Marktöffnung?

Das Geldspielgesetz ist noch keine zehn Jahre in Kraft, und schon wird über seine Zukunft diskutiert. Das Bundesamt für Justiz hat eine Evaluation des Gesetzes eingeleitet, bei der verschiedene Aspekte auf den Prüfstand gestellt werden. Ob und wann es zu Anpassungen kommt, ist derzeit offen, aber die Diskussion ist in Gang.

Ein Hauptkritikpunkt am bestehenden System betrifft die fehlende Möglichkeit für internationale Anbieter, eine Schweizer Lizenz zu beantragen. In anderen Ländern, etwa in Deutschland mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021, wurde ein Weg gewählt, der ausländischen Unternehmen den legalen Marktzugang unter strengen Auflagen ermöglicht. In der Schweiz ist das nicht vorgesehen. Wer nicht als Schweizer Lotteriegesellschaft oder konzessioniertes Casino tätig ist, bleibt draussen.

Die Befürworter einer Marktöffnung argumentieren, dass ein regulierter Wettbewerb mehr Vorteile brächte als das bestehende Monopol. Die Quoten würden steigen, das Angebot würde breiter, und der Staat könnte durch Lizenzgebühren und Steuern profitieren. Gleichzeitig liessen sich durch strenge Auflagen die Schutzziele - Spielerschutz, Geldwäscheprävention, Integritätsschutz - ebenfalls erreichen. Das Beispiel anderer Länder zeige, dass das funktionieren könne.

Die Gegner einer Liberalisierung, zu denen auch die bestehenden Anbieter und viele Politiker gehören, halten dagegen. Das Schweizer System habe sich bewährt, die Erträge kämen nachweislich gemeinnützigen Zwecken zugute, und der Spielerschutz sei auf hohem Niveau. Eine Marktöffnung würde mehr Werbung, mehr Spielanreize und letztlich mehr Spielsucht bedeuten. Das Beispiel anderer Länder zeige, dass genau das passiert sei.

Realistische Prognosen für die Zukunft sind schwierig. Die politischen Mehrheiten für eine grundlegende Änderung des Systems scheinen derzeit nicht gegeben, und die Volksabstimmung von 2018 hat ein klares Votum für die Regulierung gebracht. Wahrscheinlicher sind schrittweise Anpassungen, etwa eine Erweiterung des Wettangebots oder eine Flexibilisierung bestimmter Vorgaben. Eine vollständige Marktöffnung nach deutschem oder britischem Vorbild ist hingegen in absehbarer Zeit nicht zu erwarten.

Für Schweizer Wettfreunde bedeutet das: Die Situation wird sich kurzfristig nicht grundlegend ändern. Wer legal wetten will, ist auf Sporttip und Jouez Sport angewiesen. Wer mehr Auswahl und bessere Quoten sucht, muss weiterhin die Grauzone betreten. Diese Zweiteilung des Marktes ist unbefriedigend, aber sie ist die Realität, mit der man umgehen muss.

Häufig gestellte Fragen

Sind Sportwetten in der Schweiz legal und welche Anbieter darf ich nutzen?

Sportwetten sind in der Schweiz legal, sofern sie bei konzessionierten Anbietern abgeschlossen werden. Die einzigen zugelassenen Online-Sportwettenanbieter sind Sporttip für die Deutschschweiz und das Tessin sowie Jouez Sport für die Romandie. Beide gehören zu den interkantonalen Lotteriegesellschaften Swisslos beziehungsweise Loterie Romande. Internationale Buchmacher wie bet365 oder bwin sind offiziell gesperrt und haben keine Schweizer Konzession. Die Nutzung solcher Anbieter ist für Spieler zwar nicht strafbar, aber sie bewegen sich damit in einer rechtlichen Grauzone und haben keinen Zugang zum Schweizer Spielerschutzsystem.

Muss ich meine Wettgewinne in der Schweiz versteuern?

Gewinne aus Sportwetten bei Schweizer Anbietern profitieren von einem grosszügigen Freibetrag von über einer Million Franken. Nur der Teil eines Gewinns, der diese Grenze übersteigt, unterliegt der Einkommenssteuer. Für die allermeisten Spieler bedeutet das praktisch Steuerfreiheit. Anders verhält es sich bei Gewinnen von ausländischen Anbietern: Diese müssen vollständig als Einkommen deklariert und versteuert werden, ein Freibetrag existiert hier nicht. Wer bei internationalen Buchmachern grössere Summen gewinnt und diese nicht korrekt angibt, riskiert Probleme mit den Steuerbehörden wegen Steuerhinterziehung.

Welche Konsequenzen hat das Wetten bei nicht lizenzierten ausländischen Anbietern?

Für Spieler selbst drohen keine strafrechtlichen Konsequenzen. Das Geldspielgesetz verbietet das Anbieten von nicht konzessionierten Geldspielen, nicht aber deren Nutzung. Die Gespa hat das mehrfach bestätigt. Allerdings gibt es andere Risiken: Bei Streitigkeiten mit einem ausländischen Anbieter, etwa bei verweigerter Auszahlung, hat man als Schweizer Kunde kaum Rechtsmittel. Der Spielerschutz nach Schweizer Standards gilt nicht, und Gewinne müssen vollständig versteuert werden. Zudem sind viele dieser Anbieter über DNS-Sperren blockiert und nur mit technischen Hilfsmitteln erreichbar.